um ZEIT ZU er LEBEN

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Thüringen Ultra der Dritte- q.e.d.- ab jetzt wird Barfuß eingelaufen

WAS willst DU noch?


  • 30.06.2017 19:00 Einflug in Fröttstädt- dem ThüringenULTRALaufort
  • 5 Meter vorm Ziel stell ich mein Auto ab. Ein genialer Blick, der sich einprägt- hier läufst Du morgen barfuß ein.
  • Die Organisation ist mehr als perfekt, wie jedes Jahr, ich bekomme die Nummer 13– was soll da noch schief gehen?
  • Dann kommt noch Dietmar an meinen Tisch- wir hatten uns schon bei den letzten beiden getroffen- der weiß sogar noch meinen Namen.
  • Ich gönn mir die Pasta und gegen 21:00 mein obligatorisches Weizen. Klamotten bereit legen, Gegen 21:45 hau ich mich sprichwörtlich aufs Ohr und stelle Laufuhr und Smartphone auf 03:00. Die Schlafstätte hinten im Passat Variant ist entsprechend gerüstet.

01.07.2017 02:25 ich blinzel durchs Fenster und sehe Sterne am Himmel. Cool, da wird es zu Beginn nicht gleich so feucht. Ich warte nicht erst auf die Signale der Uhr. Ich bin munter und habe herausragend geschlafen. Nach einem gepflegten Toilettengang ziehe ich nochmal Jeans und Windjacke an und hole mir meinen Transponder. Meine Flasche mit dem frisch gepressten Saft aus Orangen, Kiwi, Apfel, Karotte etwas Selleriestange und den gestern noch zubereiteten frischen Kartoffelstampf mit Apfel, Karotte, etwas Petersilie und schon bin ich beim Frühstück. Der Vereinsplatz ist schon gut gefüllt. Ich hole mir den obligatorischen Kaffee dazu. Da ertönt es vom Tisch auf der anderen Seite- Bist Du der Uwe Anger?- Na klar sag ich und schon sitz ich bei Stefan Schink und seiner Frau Annette Schink. Bisher kennen wir uns nur aus den Sozialen Netzen und über Peter Gnüchtel, oder Gnü aus ZÜ.
Schon zeigt die Uhr 03:30 und ich muss mich fix noch in die Laufklamotten werfen.
Trotz der Hiobsbotschaften von Regen ab ca. 08:00 entschließe ich mich komplett kurz zu laufen- X-Bionix von Kopf bis Fuss, mein running1252- Shirt und die inov8 -x-claw275  an die Füße. Ich nehme den Laufgürtel aus der Kühltruhe, denn dort sind bereits die viermal ca. 150 ml slow juiced in Vakuumbeutel und meine traditionelle Körnermisschung aus Sonnenblumen- Kürbiskernen, Rosinen und Buchweizen verstaut. In der kleineren Tasche wird das Handy und das Notpapier für unterwegs verstaut. Ich stecke zwar auch meine ultraleichte Windjacke ein, werde diese jedoch nur spazierentragen. Die 13 noch ans Shirt geknippert und schon stehe ich in der Startgasse und freue mich auf das countdown. Ich fühle mich prächtig – Fenix2 von Garmin  auf Startposition und schon heisst es 9; 8; 7….3;2;1 GOOOO- wir schweben hinaus aus dem Startgelände um Punkt 04:00. Noch ist es richtig angenehm, ca. 14 Grad und noch immer ein paar Sterne zu sehen.
Vorbei und entlang geht es an fackelbeleuchteten Wegen durch das verschlafene Örtchen- um diese Zeit sind schon einige beifallspendende Zuschauer an der Strecke und es kommt gerade eine Truppe in sichtlich angeheitertem Zustand- wahrscheinlich vom nächtlichen DiscoPartyUltra. So setzt halt jeder seine Prioritäten.
Immer wieder ist es herrlich, wenn wir nach 5 km die A4 unterqueren und vor uns der Große Inselberg auftaucht. Da weisst Du, jetzt gehts erst richtig los und auf den ersten 27 km gleich mal 811 Höhenmeter bergan. Doch es lief wie ATZE- wie man so sagt. Ich war voll im flow und erreichte die Glasbachwiese bei km 27 bereits nach 2:48:43 und war in einem 06:15erPace hier raufgeklettert.   Somit fast Punktlandung, ich hatte mir 02:43:00 vorgenommen. Am schönsten waren die Abwärtstücke, da lies ich mich einfach treiben und konnte den km 9 schon mal unter 5min/km und abschnittsweise sogar fast mit 4erPace abschnurren. Fast 11 Minuten gegenüber 2016 schneller. Hier oben gönnte ich mir dann die erste „Saftpatrone“ etwas Melone und nen Schluck Wasser.
Wenige Minuten später pünktlich um 07:15 begann es zu regnen, aber mir war das sehr angenehm, nicht zu warm und nicht zu kalt. Der Regen weitete sich teilweise zu erheblichen Regengüssen aus und machte den Untergrund teilweise richtig modrig. Zwei Dinge zeigten sich hier als sehr vorteilhaft. 1. Die X-Bionics Bekleidung. Gab es mal einen kleinen Abschnitt, bei dem der Regen unterbrochen wurde, war mein Körper binnen Sekunden wieder trocken und ansonsten wärmte diese Wäsche sogar perfekt. Bei km 37 war dann endlich der höchste Punkt auf dem grossen Inselberg erreicht, wahrscheinlich weinte deshalb der Himmel weiter, weil er uns nicht vom Laufen abbringen konnte. Beim Kilometer 43 gönnte ich mir meine zweite Saftinfusion. Ich habe das Gefühl, die bringt es so richtig. Danke den Mädels und Jungs an den VP für die Hilfe beim Aufschneiden. Ansonsten nahm ich an den VP nur immer etwas Melone und ein Paar Schlucke Wasser. Die neue Verpflegungsidee bringt perfekte Power unterwegs.
Im Tunnel bei ca. km 50 machte ich kurz halt und hielt den jungen „Ersttäter“ an, mit der Bitte für diesen Schnappschuss an. Sein eigenes Telefon musste erstmal trocken gemacht werden, denn alles triefte wie Sau. Er bereitete sich mit diesem Lauf auf die Teilnahme am Transalpin vor. Wir liefen danach ein paar km gemeinsam weiter.
Ich fühlte mich gigantisch, was sich auch an den folgenden Kilometern zeigte. Diese ca. 5 km bis zum Sportplatz Floh/Seeligental lies ich es wieder so richtig laufen, lief wieder im 04erPace und hatte sogar mal kurzzeitig eine 3:48 auf der Uhr. Damit konnte ich dem angestrebten Zielpace wieder etwas näher kommen.
Ich war weiter guter Dinge, denn ich war deutlich schneller als 2016 und fühlte mich hervorragend. Trotzdem musste ich klar feststellen, dass das Erreichen von 10:00 Stunden in diesem Jahr kaum zu realisieren sein wird. Zwischen den „Saftinfusionen“ alle ca. 20 km nam ich immer eine Handvoll meiner Körnermischung. Sonstige Verpflegung habe ich ausser Melonen nichts angerührt und diesmal auch auf Einnahme von Salz vollständig verzichtet. In Richtung Finsterbergen wurde ich dann schon etwas langsamer, kam jedoch trotz allem nach 8:54:40 und 76 Kilometern und über 1.900 HM immerhin mit 53:49 min  früher durch die Kontrollstelle als 2016. Ich war begeistert. Leider hatte ich dann ein Problem, oder besser zwei. 1. Wusste ich, dass die 10 Stunden illusorisch geworden waren und ich die 12 Stunden Laufzeit trotzdem schaffe. Also lies ich mir etwas mehr Zeit für den einen oder anderen Schwatz an den VP. Dadurch kamen insgesamt  51:21 min Pausenzeit am Schluss zusammen- Außerdem hatte ich ab ca. km 85 so ein seltsames Stechen im linken Knie. Ich nahm auch deshalb das tempo etwas weg und gönnte mir auch die eine oder andere Gehpause. Schwerpunkt bleibt jedoch, verletzungsfrei zu laufen. Extrem motivierend waren für mich die armen Radbegleiter. Die mussten sich diesmal ganz besonders quälen in dem teilweise modrigen Waldboden, oder beim Überqueren der Hindernisse, wie im Titelbild zu sehen.
Traumhaft war dann das Durchlaufen des ChearleaderTors bei km 95. Ich war nicht fertig, naja ich spürte schon die letzten 95 km. Aber ich war eben nicht ausgelaugt. Vor dem Prefinish Tor in Fröttstädt freute ich mich schon riesig auf das Ausziehen meiner Schuhe. Es wird mein Persönliches Konterfei für die Zukunft, barfuß in die Zielgasse einzulaufen.

wer mich 70- 100 oder mehr Kilometer zuverlässig durch die Ultras trägt, den kannst Du auch die letzten 500 m mal auf Händen ins Ziel tragen und Barfuß ins Ziel laufen

Es war das absolute Erlebnis.Zusätzlich waren es mit 12:14:12 noch 1:11:53 schneller als 2016.
Da kann ich wirklich damit leben, die 12 Stunden Gesamtzeit  doch noch überschritten zu haben, die reine Laufzeit lag ja nur bei 11:22:51 und somit habe ich für 2018 also noch Reserven und berechtigte Hoffnung in Richtung unter 11 auf die 10 Stunden zuzulaufen.
Als ca. 50 Minuten später Stefan eintraf, bin ich zu seiner Frau in die Ziellinie und hab ihm erstmal einen kräftigen Schluck auf seinen 1. Stern aus dem frisch eingefüllten Weissbierglas gereicht.
Die erste Etappe der natürlichen Gesundung ist damit abgeschlossen und hat gezeigt, es bringt enorme Leistungssteigerungen- ich werde diese Systematik fortsetzen und hier festhalten. Icxh danke meiner Skatermaus Marion Anger für die ständige Unterstützung und Geduld und den Helferinnen und Helfern und allen Fröttstädtern für die ehrenamtliche Arbeit selbst bei diesem „Traumwetter“ und für die Nummer 13.
Wir sehn uns 2018.

Das war der Lauf….

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