28. FEBRUAR/ 01. März – phänomenaler Übergang 3.0

28. FEBRUAR/ 01. März – phänomenaler Übergang 3.0
Die meisten Menschen nehmen die Musik aus ihrem Inneren mit ins Grab.
George Bernard Shaw 1856 bis 1950
Ein Phänomen der besonderen Art an einem Wochenende erlebt.
Der Frühling baut eine verführerische Brücke von der noch kalten Zeit des Februar und seinen noch frostigen Nächten, hinüber in einem strahlenden März, der uns schon mit über 21 Grad herauslockt und die Musik des Lebens in tausend Klängen spüren lässt.
Es wird wohl ewig so bleiben, wenn die Haselblühten erblühen, lockt es Generationen hinaus ins pulsierende Leben.

Drei Generationen beim Absprung in den Frühling
Freitag, 27. FEBRUAR – LERNEN

Ihr sollt lernen, Schläge einzustecken und zu verdauen. Sonst seid ihr bei der ersten Ohrfeige, die euch das Leben versetzt, groggy. Denn das Leben hat eine verteufelt große Handschuhnummer, Herrschaften!
Erich Kästner (1899-1974), dt. Schriftsteller
Ohren, Ohrfeige, Handschuhnummer, Lernen und Schläge, wie passt das nur zueinander?
Werden wir Menschen das je begreifen? Wieviele Schläge auf den Hinterkopf werden wir dafür noch ertragen, oder ertragen müssen?

Das Frage – Antwort – Spiel, manchmal trifft es auch ins Schwarze.
Und schreibt euch hinter die Ohren, was ich jetzt sage: Mut ohne Klugheit ist Unfug; und Klugheit ohne Mut ist Quatsch! Die Weltgeschichte kennt viele Epochen, in denen dumme Leute mutig oder kluge Leute feige waren. Das war nicht das Richtige. Erst wenn die Mutigen klug und die Klugen mutig geworden sind, wird das zu spüren sein, was irrtümlicherweise schon oft festgestellt wurde: ein Fortschritt der Menschheit.
Entnommen aus: Erich Kästner
„Das fliegende Klassenzimmer.
Donnerstag, 26. FEBRUAR – Wunderwerke

Die meisten Menschen sind unglücklich, weil sie vom Glück zu viel verlangen. Der Ehrgeiz ist der größte Feind des Glücks. denn er macht blind.
Jean Paul Belmondo
Was für Wunderwerke wir doch selbst sind. Wie das doch alles, ohne unser Zutun, in einer solche einzigartigen Symbiose funktioniert.
Wir Menschen haben uns so allerlei Beschreibungen einfallen lassen, die aufzeigen, welch GLÜCK es doch ist, wenn alles im Miteinander funktioniert. Da gibt es Schnecke, Hammer, Amboss, Steigbügel und das Tor zu Allem ist eine Muschel, die Ohrmuschel.

…und was da noch so alles harmoniert, in diesem Wunderwerk OHR, damit wir uns überhaupt wohlfühlen können und nicht aus dem Gleichgewicht geraten.
Schon das ist doch GLÜCK genug, oder?
Dabei ist es nicht das einzige Wunderwerk, das uns so direkt in uns selbst mit GLÜCK überschüttet.
Wie einfach es doch ist, auf Glückssuche zu gehen. Manch Blinder kann das sehen und manch ehrgeizig Suchendender, mit dem Fernrohr in der Hand, sieht es nicht.
Oh das Gute GLÜCK liegt so nah.
Erinnerung
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.
Johann Wolfgang von Goethe
Mittwoch, 25. FEBRUAR – wie begonnen so…

Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Ihr Leben kommt ihnen vor wie eine Dauerwurst, die sie allmählich aufessen, und was gegessen worden ist, existiert nicht mehr.
Erich Kästner (1899-1974), dt. Schriftsteller
Wie begonnen so zerronnen, fällt mir da spontan ein.
Wobei der Schneemann wiederkehren wird, wenn wir nicht vergessen, wie es sich anfühlt, einen Schneeball zu formen und ihn durch den Schnee zu rollen.
Ich glaub, so ähnlich funktioniert es auch mit diesem Kind sein.

Dienstag, 24. FEBRUAR – Julius, Gregor und der 444.

Meine Fresse, es sind doch nur 11 Minuten und 14 Sekunden. Sei mal nicht päpstlicher als der Papst.
Alfred Achtsam 23. Februar 2026
Wir leben in einer Zeit-Ruine- Lost Places kennen wir ja schon.

Schon 45 v. Chr. – vor 2071 Jahren – glaubte Julius Cäsar, er müsse das „Zeitviehekel“ der Natur mit seinem Kalender zähmen. Der Mondkalender wurde abgeschafft und der julianische Kalender erschaffen.
Dieser Kalender hatte bereits 365,25 Tage pro Jahr und deshalb, in jedem vierten Jahr, ein Schaltjahr, wie heute auch.
Doch dann kam Gregor- heute vor exakt 444 Jahren unterschrieb Papst Gregor der XIII. die päpstliche Bulle Inter gravissimas.
Er und seine Astronomen hatten festgestellt, das Julius Cäsar’s Kalender 11 Minuten und 14 Sekunden länger ist, als ein Sonnenjahr. Das müssen wir doch in Griff bekommen. Endlich Ordnung schaffen.
Zwei Männer, zwei Egos, zwei Jahrtausende:

Sogar eine Briefmarke zur 400- Jahrfeier wurde erschaffen, um diese ZEITbändigung zu huldigen. Doch wer kennt heut noch Briefmarken.
Während wir uns an diesen künstlichen Krücken abarbeiten, beobachte ich meine Winterlinge. Ein Winterling ist nicht pünktlich, er ist zeitlos.

Der Winterling blüht nicht, weil die 11 Minuten und 14 Sekunden stimmen, sondern weil das Licht ihn ruft.
Was interessiert uns Menschen schon ein Winterling? Dann hier mal erlebte Realität- eine echte Lebensepisode…
Kürzere Zeitreise. Ich sitze vor genau 35 Jahren, also 1991 im Auto, auf dem Weg zum Flugplatz Dresden Klotzsche. STAU– Heute würden wir ausrasten, wir müssen zum Flieger, wir haben Termine. Das war normales Tageserlebnis- es ist eben so. Meine Abflugzeit war fast ran. Nichts ging vorwärts. Ich hatte, zum Glück, einen Riesenapparat von Funktelefon; C- Netz; kennt heute kaum noch wer. Ich wähle die Flugabfertigung. Da geht sofort eine freundliche Stimme ran. Freundliche Antwort auf mein Problem- Ihr Flieger wird auf Sie warten.
Heute unvorstellbar. Das würde doch die Welt durcheinander bringen.
Ruf heute mal ohne solch ein Problem irgendwo an-… dann wählen Sie die eins… die zwei… die drei… ich habe sie nicht verstanden…
Ich seh das wie im Stau vor 35 Jahren- jeder, wirklich jeder, kann heut jederzeit anrufen. Wer soll denn da noch rangehen? Die haben doch alle Termine. Und wir wollen doch immer noch alles und überall im Griff behalten, alles zur Ordnung zwingen.
Wir haben die Wahl: Wer das „Zeitviehekel“ bändigen will, verliert das Leben. Wer zum Winterling mutiert, findet es.
Bis heute hinken Cäsar und Gregor wie zwei hinfällige Greise nebeneinanderher – und beide am eigentlichen Rhythmus des Lebens vorbei.
Die hinkenden Greise diktieren zwar die Termine, geben uns jedoch keine Orientierung im SEIN. Die finden wir, vielleicht selbst … und fragen…
Sagt mal, tick(t)en W(IHR) noch richtig?
…und seufzen trauernd…
ACH könnt ich doch Erwachen, wie der FRÜHLING.
23. FEBRUAR – Vorfrühling alle Jahre wieder

In der Natur sind überstürztes Wachstum und allumfassender Wettbewerb Kennzeichen unreifer Ökosysteme, auf die dann komplexere gegenseitige Abhängigkeiten, Symbiose, Kooperation und Ressourcenkreislauf folgen.
Charles Eisenstein
Eindruck und Ausdruck das sind
Impressionismus und Expressionismus
Muss ich das kennen? Wahrscheinlich nicht, aber ich kann BEOBACHTEN das letztlich alles ein AUSPROBIEREN ist, ja bis ich merke, es ist optimal, besser wird es nicht.
Wir Menschen sind noch in einer sehr frühen Phase, wie ich es beobachtend wahrnehme, noch vollkommen unfertig, in uns zerissen, noch und doch auf dem Weg zur Symbiose.
ZERISSENHEIT kommt hervorragend in einem Gedicht aus dem Expressionismus zum Ausdruck, als Menschen etwas, nämlich genau diese innere ZERISSENHEIT, ausdrücken wollten.
Vorfrühling von August Stramm

Es war die eine kurze Generation des Expressionismus, um die Zeit des ersten Weltkriegs, die wollte etwas ausdrücken. Wer kennt schon August Stramm? Wahrscheinlich wird dieser Expressionismus und August Stramm nie wiederkehren. Er, der ausdrückende Mensch, war noch nicht fertig.
Dem VORFRÜHLING mit seinen Winterlingen, Schneeglöckchen und Krokussen gelingt es jedes Jahr in voller Schönheit, sie haben das Optimum erreicht. Manchmal tauchen sie schon im Januar auf und manchmal erst Ende März, doch sie kehren als Botschafter des Vorfrühlings immer wieder.

Was probieren wir Menschen heute aus? Wieder mal was NEUES, wir wollen BEEINDRUCKEN. Dafür haben wir unter anderem Social Media erfunden. Vielleicht werden wir diese Epoche einmal lateinisch wie einst den Impressionismus oder den Expressionismus, dann als Mirabilismus bezeichnen, die Epoche des Bestaunt-werden-wollens. Wer kann das schon wissen? Wahrscheinlich wird auch diese Zeit in Vergessenheit geraten, wie August Stramm.
Oder will der Mensch sich selbst zu einer Mirabilis entwickeln, wie er selbst die Wunderblumen bezeichnet?
Der Vorfrühling und seine Zeigerpflanzen wird zukünftige Generationen begleiten und bei der Orientierung helfen, das ist doch schon JETZT phänomenal.
Ob wir Menschen dann noch dazugehören werden? Vielleicht werden wir ja auch zu einer Art Winterling, der sein Optimum eines Homo optimalis erreicht hat. Wer kann das schon wissen?
