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Ultra 6/2016 auf dem Zschopautalweg in Richtung Fichtelberg

Es ist der 11.06.2016 und ich habe mir den Wecker auf 03:30 gestellt. Ich liebe es vor einem Lauf vollkommen relaxt zu frühstücken, egal wie früh es ist. Die Kaffeemaschine ist schon vorbereitet, denn meine liebe Skatermaus hat mich bei der Vorbereitung am Abend vorher mehr als liebevoll unterstützt. Dafür hat sie aber auch gleich klar gemacht, glaub bloß nicht, dass Du am Sonntag geschont wirst. Dazu im nächsten Beitrag mehr.
Der Rucksack mit Trinkblase, eingeschweißtem Nussbrot mit frischen Sprossen war gepackt, dazu Salzstangen, etwas Schokolade, ein par Selleriestangen und zwei Äpfel, sowie gekochte Kartoffeln mit Salz. Toilettenpapier ist immer gerollt und das kleine Schweizer Taschenmesser ist auch dabei. Mein bescheidener Streckenplan war in der Gürteltasche und die Temperatur zeigte 15 Grad- alles perfekt.
Das einzige war die Deathline- denn der letzte Zug von Oberwiesental fährt 18:40 Uhr und auf der Strecke war ich noch nie, keine Streckenposten und naja mal sehen.
Erstmal in Ruhe gefrühstückst, rasiert, Zähne geputzt und noch den letzten Angst-sch… 😆 und ab gings mit dem Rad zum Bahnhof. Pünktlich um 04:45 verließ der Zug Riesa in Richtung Dresden. Ich konnte nochmal relaxt das obligatorische Weizen alkoholfrei zu mir nehmen, darüber haben sich schon beim letzte Rennsteiglauf zwei Jungs am Parkplatz amüsiert. Ist doch was wirklich natürlich, isotonisches.
Der kurze Aufenthalt in Dresden wird zu einem Schnappschuss in aller Frühe genutzt und dann bleiben nur noch 55 Minuten bis zum Start.In Flöha nochmal umsteigen und dann tauche ich schon ein in die Ruhe  an der Talstation Erdmannsdorf  zum Warmlaufen hinauf auf die Augustusburg. Entlang der Rodelbahn geht es erstmal ruhig hinauf, die Gelenke in Bewegung bringen- schließlich sollen es gut 75 km werden. Die Strecke steigt auch gleich mal mit knapp 20% Steigung an und so sind nach den ersten 3 km auf der Augustusburg auch schon knapp 300 HM in den Beinen. Die neuen von inov8 leisten beste Arbeit und ich entschließe mich spontan diesen Schuh diesmal mit dem Vornamen meiner lieben Frau Marion zu taufen. Es fühlt sich richtig gut an, doch es soll manches noch ganz anders laufen als geplant.
Ich drehe eine schöne Runde  durch die Augustusburg, finde endlich den Abstieg zum Zschopautalweg und los gehts wieder  abwärts der Quelle der Zschopau entgegen. Da musst Du schon mit knapp 25 % Gefälle auf den ersten Kilometern hinunter klar kommen und hier ist es richtig schmal und schön trailisch, bis ich in Hennersdorf die 1840 erbaute überdachte Holzbrücke  erreiche und das erste mal die Zschopau überquere. Danach gehts genauso wieder steil hinauf und ich merke, Du musst schon ein gewisses Orientierungsgefühl behalten, denn ganz so einfach ist der Weg dann doch nicht zu finden. Teilweise total zugewachsen überquere ich in der wieder erreichten Höhe ein langes Feld und erblicke nach links die Augustusburg- hey man da war ich doch gerade noch. Die Feuchte der Wiesen durchdringt die Schuhe und geben mir ist so richtig das Gefühl purer Freiheit. Die Race Ultra 270 von invo8 erweisen sich als perfekte Wegbegleiter auf den unterschiedlichen Böden und ich bin froh, diese gewählt zu haben. Nach 18 km erreiche ich Zschopau und  Schloß Wildeck und besteige die 154 Stufen des dicken Heinrichs um oben einen herrlichen Rundumblick zu genießen und meine erste Verpflegung zu mir zu nehmen. Jetzt geht es wieder hinunter zur Zschopau und auf herrlichen Wegen steil auf und ab bis zur Scharfensteiner Kanzel bei km 25 wo ich erstmal schwitzend einen Schluck aus der Pulle nehme. Es ist Oberhammer hier zu laufen. Sattes grün, gesunder Wald und abwechlungsreiche Wege von Singletrail über Wurzelwege bis hin zu breiten Forstwegen- ich liebe es. Bei ca. km 28 laufe ich auf Burg Scharfenstein zu und habe schon fast 900 HM in den Beinen. Hier gibts wieder kurze Fotostopps und nette Menschen, mit denen man einen kurzen Plausch halten kann. Mehr Bilder habe ich hier hinterlegt. Zurück von der Burg Scharfenstein, bewahrt mich ein älterer Wander- und Radkenner vor dem ersten falschen Abbiegen. Er wünscht mir einen schönen Lauf und ist erstaunt, dass ich noch bis auf den Fichtelberg will. Das genialste ist die Sprache hier- die Im Titelbild gut zu erkennen ist. Ich laufe durch die beeindruckende Wolkensteiner Schweiz an deren Ausgang ich erneut mit einem Wanderehepaar ein paar Meter ein paar Worte wechsleund die mir  wiederein paar Tipps zum weiteren Weg geben können, denn die Beschilderung ist manchmal nicht so einfach zu verstehen.
Ich komme steil in Warmbad an, wo ich bei leichtem Regen bei km 33 den nächsten kurzen Stopp einlege. Eine herrliche Parkanlage, die leider zum Beginn eines ca. 10 km langen Umweges wird. Nach der Beschilderung rennst Du hier ständig im Kreis und leider sind die dort befragten Menchen keine große Orientierungshilfe. Im Nachhinein ist leicht der Fehler zu erkennen. Es geht immer steil ansteigend über Gehringswalde  bis hinauf auf den Wolfsberg. Bei km 39 und schon über 1.300 HM ist mir klar, ich bin total falsch viel zu weit nach Osten abgedrifftet. Ich muss ein paar Meter auf derLandstraße laufen, um wieder Richtung Zschopau zu kommen, da hält ein Trabi neben mir. Mein Wegexperte  von Scharfenstein. Der kennt hier zum Glück jeden Schleichpfad und gibt mir eine neue Orientierung. Er sagt natürlich auch noch, na das wird wohl heute nichts mehr mit dem Fichtelberg. Ich bin jedoch weiter fest entschlossen und es geht gleich noch etwas flotter voran. Bei km 43 kürze ich  in Richtung Streckenwalde einfach ab und laufe quer die Böschung des Waldes hinunter und bin endlich wieder auf dem Zschopautalweg. Ich könnte wieder in drei Richtungen abbiegen, an denen überall das gleiche steht. Ich nehme die portliche Variante und erreiche bei km 47 Wiesenbad und freue mich noch, dass ich es doch noch schaffen könnte. Als ich jedoch bei km 52,5 auf einer Anhöhe in Richtung Schlettau auf meinem Smartphone sehe, dass es noch ca. 28 km bis auf den Fichtelberg sind, wird mir klar,

gpies code

dass der letzte Zug nicht mehr zu schaffen ist. immerhin wären ach nochmal ca. 1000 HM dabei. Ich entschließe mich zum Abbruch und laufe die noch 6 km bis Annaberg. Der Angriff auf den Fichtelberg folgt dann eben etwas später noch einmal. Ich kenne ja jetzt die Schwachstelle. Zusätzliche hat mir die Karte rund um den Fichtelberg noch eine viel größere Herausforderung ins Ohr geflüstert.
Ich werde eine Tour über die 5 -6 1.100er und 1.200er rund um den Fichtelberg machen. Ich werde die Strecke demnaächst mal abklickern.
In Annaberg hatte ich noch eine Stunde Zeit- Dort traf ich dann noch Nico Sandmann, mit dem ich dann noch bis Chemnitz ein paar angenehme Unterhaltungen führen konnte. Insgesamt eine gelungene Herausforderung die Ihr nachfolgend gern nachlaufen könnt. Oder Ihr pingt mich mal auf Faceboock an.

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