um ZEIT ZU er LEBEN

Wir sehen die Welt mit eigenen Augen

Ultra 09/2016 Neu- Keine Streckenplanung – neue Versorgung

Nach dem Pausieren der Ultras im September und Oktober wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen. Inzwischen hatte ich ja am 09.11.16 mit meinem Selbsttest natürliche Ernährung begonnen. Der enthielt noch eine Komponente, die den Prozesss natürlicher Gesundung eher behindert- Alkohol. Doch ich brauche den Vergleich für den nächsten Schritt.

  • Ziel war: ca. 60 km laufen und zwischen 6er und 7er Pace (also Minuten pro km)- Ich mussste ja erst testen, wie das rechte Fußgelenk, Achillessehne auf die lange Strecke reagiert.
  • Strecke: nur als Orientierung ohne Plan. Am Besten bis Dresden und es sollte rechtsselbig bis Meißen und danach linkselbig weiter gehen. Mindestens dabei- Abstecher auf dem Weihnachtsmarkt auf Schloß Proschwitz und Meißen.
  • Verpflegung als neuer Test. knapp 2 Liter staatl. Fachingen still mit einer Brise Salz in der Blase des Laufrucksck. Handvoll frisch gesproßte Kirchererbsen, 3 halbe kleine Kartoffeln, vakuumverpakt. vier Hände voll Sonnenblumen-, Kürbiskerne und Rosinen.
  • Klamotten X-Bionics lange Laufhose und kurzes Shirt, darüber langes Funktionssshirt, und Kurzshirt, Goretexjacke dann doch, es war mit 1 Grad und feuchter Luft schon recht frisch, Stirnband, dünne Handschuh, Laufsocken und Die Salewa Ultra Train Zion Monster mit Michelinsohle.  Wechselklamotten für obenrum fürs Ziel.
  • Rückfahrkarte im Gepäck.

Nach ausgiebigen Frühstück mit frischen Kichererbsensprossen und Brötchen mit Fleischsalat und Sprosssenmix, Tomate, Gurke, Salz, Latte und Kaffee und viel Wasser, gings gegen 09:40 los.
Riesa über die Brücke Abstecher durch den Röderauer Forst und von dort über Zeithain vorbei am Jugendknast. Dort lief ich vorbei an einem sehr schönen kleinen Weihnachtsmarkt im Gelände der JVA mit  herrlicher Weihnachtsmusik- letztere haben viele Märkte ja heute nicht mehr zu bieten.  Da fühlen die Insassen sich doch richtig „heimig“.  🙂
Weiter gings in den Glaubitzer Forst. 20161126_seewaldglaubitzBei km 12 half ich erstmal zwei Bauern, die ihren PKW- hänger nicht in den Hof bekamen. Im kleinen Wäldchen war schon deutlich zu sehen, dass der Herbst alles erledigt hatte und der Winter vor der Tür steht. An dem See machte ich auch einen kurzen Stopp zum Dehnen. Ich wollte das alle ca. 10 konsequent machen. Hier trank ich auch etwas.
Ich bog nicht in Richtung Elbe ab, sondern in dem 20161126_feldrandWäldchen einfach der Nase  nach weiter. Ich will so in Zukunft auch immer weiter mein Orientierungsvermögen wieder trainieren.  Hier gabs auch paar schöne20161126_kichererbse schmale Trails durch den kunterbunten Waldboden und ohne Weg einfach danach am Feldrand entlang bis zur Bahnunterführung bei Nünchritz und weiter aufs Waldbad Goltzscha zu. Dort war der erste Halbmarathon schon abgespult. Zeit die nächste Dehnungspause zu machen, etwas zu trinken und die Speicher mit den Kichererbsensprossen aufzufüllen. Hier gabs erst ein Stück Straße und Fahrwege, bis ich kurz vor Neuseußlitz dieses Selfie an der Backschweinkneipe Am Anger 20161126_121918backschweinkneipeschießen musste, denn schließlich heiße ich ja Anger.
Von dort gings wieder rein in den herrlichen 20161126_123322stiller-seeForst bei Diesbar Seußlitz. Still ruhte der See und es kamen die ersten flotten Anstiege. Oben angelangt bog ich frei Schnauze mal nach links in nördliche Richtung und lief auf den Forst bei Golk zu um von dort Richtung Schloß Proschwitz zu laufen. Mehr Bilder habe ich in einem Ordner hier hinterlegt. Die KM auf der Uhr und die Hinweisschilder sollten um die 27 km dort eintreffen lassen. Im Wald war es wieder kunterbunt und extremer Wildwechsel. Gefühlte 25 Rehe kreuzten meine Laufstrecke. Leider kam ich irgendwann an einer Straße  an und die Beschilderung war weg. Ich fragte einen Hausbesitzer. Leider stellte auch das sich nicht als die beste Lösung heraus, denn der kannte wahrscheinlich nur die Strecken im Auto. So traf ich erst bei km 30 auf der Hofweihnacht ein. Kurzes Foto- verweilen wollte ich nicht. Dehnungssübungen und die ersten beiden gekochten Kartoffelhälften und ne Handvoll von der Samen- Rosinenmischung- kurze Info an meine Skatermaus und weiter über die Katzentreppen steil hinunter nach Meissen und Elbüberquerung über die Brücke.. Kleiner Abstecher auf den Weihnachtsmarkt- ich muss ja kontrollieren ob alles  für den späteren Besuch vorbereitet ist. Kurzes Foto vor der Tanne- siehe Ordner und ab gings durch die Altstadt und von dort steil auf den Plossen bis zur sächsischen Bildungsakademie im Schloß Siebeneichen. Da war dann auch schon der Marathon im Kasten und Trinken und Dehnen angesagt. Das Dehnen bewährte sich als perfekte Methode, die ich in 20161126_152313trailischden letzten Tagen als zusätzliches tägliches Ritual alle vier Stunden eingeführt habe. Mein rechter Fuß machte auch voll mit und ich war zufrieden, wenn der Pace auch etwas in Richtung 6:20 zurückging.
Von hier tauchte ich ein in den herrlichen Wald oberhalb der Elbe. Teilweise wurde es extrem trailisch und steil und es fehlten sogar paar Brücken , da musste schon ganz schön aufpassen. Doch die Michelinsohle tat ihren Job.
Langsam begann es jedoch zu dämmern und ich entschloss mich, den trailischen Bereich oberhalb der Elbe zu verlassen und20161126_155629letztekartoffel Richtung Elbradweg auszuweichen. Bei KM 50 kam ich dann an der Westernranch vor Scharfenberg an. Ich nahm meine letzte Kartoffelhälfte und ne Handvoll der Samenmischung und Dehnen. von hier sinds noch ca. 24 km bis Dresden. Soviel wollte ich heute nicht mehr abdrücken. Ich entschloss mich den Elberadweg noch bis Niederwarta zu laufen und dort den Zug nach Hause zu nehmen. Zwischendurch setzte ich noch die Stirnlampe auf. Es wird jetzt schon extrem früh und schnell dunkel. Bei km 57 kam ich dort an und es war kurz vor 17 Uhr. 17:24 Uhr fuhr der Zug- somit perfektes Timing. Unterhalb ist eine Fährmannsschänke. Dort konnte ich mir die trockenen Klamotten anziehen, denn es war doch recht kalt, wenn Du durchgeschwitzt bisst. Als Zielprämie genehmigte ich mir ein schönes  Weizen.
Im Zug saßen dann Brandenburger Dynamofans so in meinem Alter. Der Unterschied war nur, dass diese Fußballfans alle mit einer unglaublichen Plautze, Fress- und Bierwanst, ausgestattet waren. Irgendwie macht einer von uns was verkehrt. Lustig war vor allem, dass die wieder umfassend diskutierten, was die Jungs auf der Rasen alles nicht so optimal gemacht hatten. Dynamo hatte leider wieder nur 2:2 gespielt und sich kurz vor Schluss noch den Ausgleich eingefangen.
Ich bin weder ausgelaugt, noch schmerzen die Glieder großartig. Mal sehen wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt, wenn ich im Rahmen der natürlichen Ernährung in der zweiten Stufe den Alkoholkonsum nahezu auf Null reduziere.
Der 9. Ultra in 2016 ist auf jeden Fall im Kasten und ich bin froh, dass ich die Schlappe nach dem Umknicken am 13.09.16 wieder weg habe. Danke meine Skatermaus für die Unterstützung und Geduld.

Zum Nachlaufen

Kommentare sind geschlossen.