um ZEIT ZU er LEBEN

Wir sehen die Welt mit eigenen Augen

Heureka der Woche 6.- 2026-  mit allen sieben Sinnen-

| Keine Kommentare

08. FEBRUAR – I N T U I T I O N

08. FEBRUAR – I N T U I T I O N

Fürchte dich nicht vor der Verwirrung außer dir, aber vor der Verwirrung in dir […]. 

Friedrich von Schiller  Über das Naive. In: Die Horen

Der SIEBTE SINN die INTUITION hat sicher jeder schon gespürt. Du schreckst zurück und genau in dem Moment zerschellt ein Dachziegel vor Deinen Füßen.

Du rennst über eine weite Fläche und plötzlich stoppst DU, wie erstarrt und weißt noch nicht warum und stehst vor einem Abgrund.

Du triffst einen Menschen, der äußerlich einen guten Eindruck macht, doch irgendwie hast DU das flaue Bauchgefühl, bei dem stimmt doch was nicht.

I N T U I T I O N

Schiller hatte seine Monatszeitschrift bewusst  Die Horen genannt, sie waren die Göttinnen der Jahreszeiten, des Schönen und der Ordnung in der griechischen Mythologie, die, den Menschen wohlgesinnt, über diese wachen. 

Götter waren schon immer Sinnbild für das UNERKLÄRLICHE. Genau das ist der SIEBTE SINN, unser sogenanntes BAUCHGEFÜHL unsere INTUITION.

Die SIEBEN SINNE entwickeln sich im Laufe des Lebens immer weiter, bei manchem verkümmern sie auch, doch sie lassen sich auch trainieren, wenn wir uns darauf einlassen.

Ach und so kreativ, wie wir Menschen sind, haben wir uns noch so viele kreative Bezeichnungen für so manchen besonderen SINN ausgedacht, doch letztlich bauen sie alle auf diesen unseren SIEBEN SINNEN auf.

Wir brauchen uns nicht in unser sprichwörtliches Schneckenhaus zurück zuziehen, wenn uns die Vielfalt der Möglichkeiten im LEBEN manchmal zu erschrecken scheint. Nehmen wir ES wie es ist- C’est Vie est Belle

@Eigenaufnahme eines Kunstwerks an der Seebrücke in Zingst

07. FEBRUAR – S E L B S T S I N N

Die Natur bedarf keiner Erläuterung; um ihre Schönheit zu verstehen, genügt ein offener Blick und ein empfängliches Gemüt.

Karl Detlef Pseudonym von Klara Bauer

Gerade bin ich erwacht. Wann habe ich mich mal dafür bedankt, dass ich in dieser Nacht nicht aus dem Bett gefallen bin? Wer sorgt dafür, dass mein Körper im Schlaf weiß wo er ist?

Ich habe es heute als meinen Selbstsinn als den „Ur-Sinn der Verankerung“ bezeichnet.

Die Wissenschaft nennt diesen unseren Sechsten Sinn auch Propriozeption oder Tiefensensibilität.

Fast jeder hat schonmal beim Arzt eine Aufforderung gehört. Schließen Sie mal bitte die Augen und jetzt führen Sie den Zeigefinger an die Nase. Alles ok.

Es ist mehr als nur unser Gleichgewicht- dieses Wunder der Natur-

mein S E L B S T S I N N

Wahrscheinlich ist es auch  mein Wächter der unbewussten Nicht-Wachheit. Ohne diesen sechsten SINN verlieren wir den Halt auf dem oft schwankenden Untergrund des Lebens.

Gestern wurden die olympischen Winterspiele eröffnet. Wenn die Snowboarder ihre schier unfassbaren akrobatischen Überschläge absolvieren, reizen sie diesen unersetzlichen Sechsten SINN bis an seine Grenzen aus.

Und wir- nutzen diesen SELBSTSINN auf den gefrorenen Wellen der Ostsee und lassen uns von ihnen tragen.  


06. FEBRUAR – T A S T E N

Die Bäume fahren im Frühling aus der Haut. 

Wilhelm Busch.

Manchmal möchte ich auch aus der Haut fahren. Warum eigentlich. Vielleicht haben mich die vielen (Ein)Drücke erdrückt oder überfordert.

Ob Eiskalt, kuschelig warm oder gefährlich heiß, sanft weich oder stachelig, ob liebevoll umarmend oder warnend abweisend, unser Tastsinn ist unser Überlebenselixier und mit der Haut unsere schützende und doch mit allem verbindende Hülle.

Es ist der erste Sinn, der uns mit dem Leben verbindet. Ohne den Tastsinn, ohne die  Verbindung zu unseren Nächsten zu spüren, verlieren wir unsere eigene Lebendigkeit.

Wir können nicht früh genug anfangen, die vielen Eindrücke zu ertasten, um später nicht aus der Haut zu fahren.


05. FEBRUAR – S C H M E C K E N

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken
der wird im Mondschein, ungestört
von Furcht, die Nacht entdecken.

Carlo Karges- Novalis

Jetzt begreife ich tatsächlich, was es bedeutet, wenn gesagt wird, es liegt mir auf der Zunge.

Oder vielleicht, das lass ich mir auf der Zunge zergehen, oder gar, das zergeht wie Butter auf der Zunge.

Ein Anderer meint, so manches sei vollkommen geschmacklos und, wieder Andere scheinen, an Geschmacksverirrung zu leiden.

Gestern abend erlebte ich ein ähnliches Déjà-vu und glaubte, wie am Tag zuvor, meine Zunge könnte plötzlich sehen und reisen, wie davor meine Nase.

In pures Ghee (indischer Butterschmalz) , das in einer reinen Gusseisenpfanne  schmolz (ich verrat Euch gern den deutschen Hersteller der JetztZeit- es ist STUR) , legte ich zwei Scheiben einer Kohlrübe, eine Scheibe vom Weißkohl, zwei Scheiben Meerrettichwurzel und ein paar frische Ingwerwurzel-Scheibchen hinein.

Nachdem ich diese gewendet hatte, streute ich Garam Masala aus einer Mühle darüber- da malt die Zunge schon, durch den Duft über die Nase, Bilder exotischer Basare, als sich Kreuzkümmel, Koriandersamen, Muskatblüte, schwarzer Pfeffer, grüner Kardamom, Gewürznelken, gemahlener schwarzer Kardamom,  Lorbeerblatt und Zimt vereinten und entfalteten.

Doch als dann Aubergine aus AJVAR und Chilinoten aus Sambal Oelek dazu kamen, hatten sogar die Augen was zu sehen. Der strahlend weiße Paneer (ein Käse aus Kuhmilch) milderte die Schärfe später ab.

Ist es da verwunderlich, wenn wir manchmal die Besinnung zu verlieren scheinen, weil sich so viele Sinne vereinen.

Lässt sich das in Worte fassen? Oh ja- ich bin überzeugt, Ihr könnt Euch die Zeilen von Carlo Karges -Novalis-, mit der einfühlsamen Stimme von Fritz Stavenhagen, sprichwörtlich auf der Zunge zergehen lassen. 

Gesprochen vom einmaligen Fritz Stavenhagen

04. FEBRUAR – R I E C H E N

Da ist auch noch ein anderer Geruch in der Luft, der Geruch von Feuern, die in der Ferne brennen, mit einem Hauch Zimt darin – so riecht das Abenteuer!

Walter Moers in Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär

Und plötzlich ist da ein Bild, doch meine Augen signalisieren absolute Dunkelheit. In meiner Nase flimmern, einzeln, hin und herschwebend, knackend fast, Härchen.  So riecht eisiger Winter und doch ist da dieses Bild lodernder Flammen vor mir und das Knistern von Holz. Da fällt ein glühendes Stück hinab, verschwindet und ich hab nur diesen Hauch von Rauch der sich eingeschmuggelt hat.

Jetzt verblasst dieses Knacken, sanft wärmend strömt es wieder hinaus und gaugelt mir wonnige Lebendigkeit vor. Nuancen von Ingwer, Kurkuma, Piment, Lorbeer,Kreuzkümmel und Wacholder, Lauch und Knoblauch, Petersilien- und Meerrettichwurzel und Karotten, Nelken und Kohl.

Ein abenteuerliches Bild

Ich öffne die Augen und sehe auf dem Teller, vor mir,  nicht annähernd so viel, wie gerade noch vor meinen geschlossenen Augen zu sehen war und doch noch viel mehr. 

Ich rieche ES eben noch


03. FEBRUAR – H Ö R E N

Eltern und Dichter haben etwas gemeinsam. Die Eltern wollen ihren Kindern etwas beibringen, die Dichter der Menschheit. Doch sowohl Kinder als auch Menschheit haben einen natürlichen Abwehrmechanismus: Sie hören nur zu, wenn sie wollen.

Wolfgang J. Reus

Ist das nicht wunderbar? Manchmal schmerzt das Ohr vor lauter STILLE und ICH höre das Rauschen des Meeres und den Schrei der Möwen, die garnicht da sind.

Und dann plappert ES ringsum mich herum, wo mancher kaum Ruhe findet und ich hör nur das leise Knirschen des Schnees unter meinen Sohlen. Welch wundervollen SINN die NATUR mir da zum Begleiter gegeben hat.

Mag mir nie das  HÖREN und SEHEN vergehen.


02. FEBRUAR – S E H E N

Wenn wir nur noch das sehen, was wir zu sehen wünschen, sind wir bei der geistigen Blindheit angelangt.

Marie von Ebner-Eschenbach

Der Blick hinaus in die Welt ringsherum, alles wirken lassen, nichts ausblenden und an nichts kleben bleiben, nur STAUNEN, dass ichs sehen kann.


Zum HEUREKA der Woche 5

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.