29. Juni – ENDLICH

29. Juni – ENDLICH
Von Fehler zu Fehler entdeckt man die ganze Wahrheit.
Sigmund Freud
Hat dieses LEBEN das nicht wundervoll eingerichtet? NICHTS bleibt wie es ist. Gerade noch flimmert die Luft vor Hitze, dass ich mich in einem ständigem Fieber wähne.
Da kommt die Erleuchtung um 3:23 Uhr, dass nichts für ewig bleibt, wie es ist. Ich rieche es erst nur, wie schon damals als kleiner Junge und spüre dann diese tiefe Verbundenheit mit der Erde im Moment des Wandels.
Jetzt rauscht der Wind erst sanft und zerrt dann mit voller Wucht an den offenen Fenstern und dann fallen erst sanft und im nächsten Augenblick mit voller Wucht die ersehnten Tropfen auf die poröse Erde, schließen winzige Luftbläschen ein, die wie in einem Champagnerglas nach oben schießen und den charakteristischen Duft als feinen Nebel freisetzen.
Wahrscheinlich liebe ich deshalb diesen Duft, der mich schon lange vorher zuversichtlich stimmte, oh ja endlich kommt Regen. Es sind Actinobakterien die Geosmin produzieren und der Regen wirbelt diese chemische Verbindung als Aerosol in die Luft.
Eine Stunde später ist alles wieder ruhig und das Fiebergefühl in mir ist wie von Zauberhand verschwunden.
Ich werde dran denken, beim nächsten Fieberwahn oder mulmigen Gefühl, weil mal wieder etwas nicht gelang oder Fehler passieren. Ein Grollen nach einem Blitz reisst den Gedanken weg und ich spüre auf meiner nackten Haut… es ist kühler und der erste Vogel zwitschert in den erwachenden Morgen.
Ich schließe entspannt noch einmal die Augen- ENDLICH.
