30. August- Entfalten…

30. August- Entfalten…
Die Menschen sind genauso wunderbar wie Sonnenuntergänge, wenn man sie lässt. Wenn ich einen Sonnenuntergang betrachte, erwische ich mich nicht dabei, wie ich sage: ‚Mach das Orange in der rechten Ecke ein bisschen weicher.‘ Ich versuche nicht, einen Sonnenuntergang zu kontrollieren. Ich beobachte ihn mit Ehrfurcht, wie er sich entfaltet.
Carl Rogers
Auf eine solche Metapher musst Du erstmal kommen.
Wie faszinierend doch ein Sonnenuntergang ist. Ich glaub, wir finden keinen Menschen, der von diesem Schauspiel nicht angezogen wird, ergriffen und überwältigt ist und genau deshalb bei diesem Vorgang nur noch …
Ist das nicht beeindruckend, fasziniert von einem Untergang und das wohl immer wieder zu sein. Keiner käme auf die Idee, diesen Vorgang verändern zu wollen.
Wenn wir einst von uns selbst und immer wieder genauso fasziniert sein werden, wie von einem Sonnenuntergang, haben wir uns, glaube ich, in Ehrfurcht entfaltet.
29. August- Absprung in …

Unser Verstand ist ein Schwamm, unser Herz ein Strom. Ist es nicht seltsam, dass die meisten von uns lieber das Saugen wählen, statt sich zu ergießen?
Khalil Gibran
Bei diesen mächtigen Worten und der Wandprojektion kam mir spontan Absprung in den Strom in den Sinn.
…und dann?
Saugt der Verstand manchmal viel zu viel von allem auf, was kein Schwamm dieser Welt aufnehmen könnte?
...und dann?
Wird unser Verstand so schwer, dass wir im Strom des Lebens ertrinken.
…und dann?
Höre ich auf mein Herz, breite die Arme aus, lass alles raus und tauche auf dem Rücken liegend wieder auf und ergieße mich im Strom des Lebens.
…und dann…
Fühle ich dieses Hin– und Her zwischen der Hingabe in den Strom des Unbegreiflichen und diesem Drang des Verstandes das Unbegreifliche doch Begreifen zu wollen und dabei zu Ertrinken.

28. August- kollektive Dummheit

Der eigentliche Grund für die globale Misere, liegt nicht in der gestiegenen Biomasse des Menschen, sondern in der zu wenig genutzten Hirnmasse: […] Jede ökologische Nische verträgt nur ein gewisses Maß an Blödheit – und der Mensch überspannt den Bogen in dieser Hinsicht gewaltig.
Michael Schmidt-Salomon in >Keine Macht den Doofen<
Das Bild von Sergio Delicado symbolisiert diesen überspannten Bogen gleich mehrfach.
Das Bild nimmt die Wasserlinie der Flut von August 2002 auf und wirft das Sinnbild des Gleichnisses des Brudermordes von Abel und Kain in den Raum.
Grenzüberschreitung in Natur, Umwelt und dem Zusammenleben zwischen anders Lebenden und Denkenden.
Mir fiel dazu eine Zeile ein,
…und wer da sagt, er habe nichts von Kain, der werfe den ersten Stein… in Udo Jürgens Der werfe den ersten Stein
…. Wir sind nicht besser als der Rest der Welt… ebenda
Einer der grössten Künstler unserer Zeit vermochte diesen überspannten Bogen vortrefflich auszudrücken… Udo Jürgens…
27. August- Einmalig ist GUT GENUG

Eine Gesellschaft ist wie ein Orchester. Es kann nur gut klingen, wenn alle mitspielen und ihren Teil bestmöglich ausfüllen.
entdeckt von Alfred Achtsam
Gestern sagte eine Frau auf unserem #Naturentdeckerpfad by #LebNatEne…
>Ich getraue mich garnicht, mich einfach hier hinzusetzen… ich muss doch irgendetwas tun<
Muss ich das? Bring ich mit diesem ständig irgendetwas tun, vielleicht eher etwas DURCHEINANDER oder aus dem GLEICHGEWICHT?
Ich hatte dann dieses grosse Orchester vor Augen, oder in den Ohren und dieses unscheinbare Instrument die Triangel. Diese Triangel kommt meist weniger als ein Prozent eines gesamten Konzerts zum Einsatz, doch ohne die Triangel, dieses unscheinbare Instrument, wäre das Ganze keine Einheit.
Genauso mag ich das LEBEN wahrnehmen. Alles hat seinen Platz. Manche Blume leuchtet nur kurz auf und manche nur einmal in Jahrzehnten.
Ich traue mich also, Innezuhalten, ich würde sonst vielleicht die Harmonie des Ganzen durcheinander bringen.
Wenn die Triangel mit John Shaw plötzlich ausflippt, dann sieht das ungefähr so aus… oder besser klingt das so- das epische Triangle Solo im Florida Orchester:
26. August- Aufmerksamkeit

Wisst ihr, was doof ist? Das es alles schon gibt.
Uwe Anger 27. März 2026
Kaum zu glauben und doch ist es tatsächlich so. Wir müssen es nur entdecken. Manches nehmen wir nur nicht wahr, weil wir ständig abgelenkt sind.
Jeder Stahlträger war doch schon als Erz im Gestein versteckt. Genauso ist jedes @schmiiniatures bereits als Bild im Kopf von Schmii alias André Schmidt. Er platziert seine Miniatur- Kunstwerke zum Beispiel auf der IBUG 2026 in Riesa an Stellen, die sich nur mit entsprechender Aufmerksamkeit entdecken lassen, als wären sie noch in seinem Kopf versteckt.
Also ist es doch nicht ganz so doof, dass es tatsächlich schon alles gibt. Die unendliche Vielfalt muss ja erstmal sichtbar, hörbar oder mit anderen Sinnen wahrnehmbar gemacht werden.
Das ist die Herausforderung, die wir Leben nennen. Sie ist unerschöpflich.
25. August- Ein Panoptikum des Fressens und Gefressenwerdens

Wir verschlingen uns gegenseitig aus Höflichkeit, nennen es Zivilisation und wundern uns, wenn uns am Ende schlecht wird.
Voltaire
Wie lässt sich das Verlassene zu neuem Leben erwecken, um an das Vergessene zu erinnern? Diese Frage stellen sich seit 20 Jahren engagierte Menschen im Rahmen des IBUG Festivals. oder dem Festival der Industriebrachenumgestaltung.
2026 findet es in Riesa statt, meiner Heimatstadt, die sich immer wieder neu zu erfinden versteht.
Ich glaub, es wird erkennbar, dass wir immer wieder aus dem Dilemma des diesjährigen Mottos Ein Panoptikum des Fressens und Gefressenwerdens herausfinden wollen.
Wir sind eben noch nicht fertig.
24. August- Inspiration

Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren. weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
Gabriel Laub
Seh ich das Licht am Ende des Tunnels?
Alles wird uns schrittweise abgenommen. Das Jagen, das Laufen, das Waschen, das Kochen, das Orientieren und inzwischen schrittweise sogar das Denken.
Da kann das Leben schon langsam zur Last werden, nichts ist mehr da, was uns sonst noch zur Last fallen könnte.
Doch ich bin zuversichtlich. Wir werden schon noch dieses eine Ding erfinden, das uns von dieser größten Last befreit…
vom LEBEN selbst.
